Essstörungen und Psychosomatik

Essen ist so viel mehr als gute oder schlechte Nahrungsaufnahme. Essen bedeutet genährt werden, ernährt werden, die Erfüllung grundsätzlichster Bedürfnisse, aber auch Geborgenheit, Geselligkeit, Trost und Verbundenheit.
So ist es nicht verwunderlich, wieviel da auch falsch laufen kann.
Ich bin beispielsweise eine sogenannte „Boomerin“ – also in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren. Unserer Generation eröffneten sich nie gekannte Freiheiten gerade für Frauen, und es boten sich unendliche Möglichkeiten.
Gleichzeitig hatten wir aber das Gefühl, allem gerecht werden zu müssen – auch den Anforderungen an ein vermeintlich perfektes Äußeres – dünn sein wurde zum Mantra junger Frauen als Zeichen dafür, alles unter Kontrolle zu haben.
Diäten aller Art boomten, und neben beruflichem Ehrgeiz und dem dennoch bestehenden Kinderwunsch beschäftigten sich die Frauen meiner Generation ständig mit irgendwelchen Problemzonen – es war schlicht nicht möglich, sich diesem Grundrauschen in Frauenzeitschriften, im Fernsehen, im Kino und in unbedachten Bemerkungen im täglichen Umfeld zu entziehen.
Bulimie und Magersucht auf der einen Seite und Adipositas (krankhaftes Übergewicht) mit all ihren Folgen auf der anderen Seite wurden zu den häufigsten Diagnosen im allgemeinmedizinischen Alltag.
Dies hatte natürlich Folgen für die Menschen – ein Magen-Darm-Trakt, der über Jahre überbeansprucht wird, funktioniert nicht mehr einwandfrei. Und in diesem Umfeld fanden Theorien zu den verschiedensten Nahrungsmittelunverträglichkeiten großen Anklang.
Es lief darauf hinaus, dass sich in meiner Praxis viele Patient*innen einfanden, deren körperliche Symptome auch auf psychische Probleme zurück zu führen waren. Daher entwickelte sich eine Vertiefung mit diesen Themen ganz natürlich, nicht zuletzt auch, weil ich selbst betroffen war.
Über die Jahre hat sich daraus ein integrativer Behandlungsansatz entwickelt, den ich bis heute mit Überzeugung verfolge: eine praktische Ernährungsberatung und -umstellung nach den Prinzipien der Mayr-Medizin, kombiniert mit psychologischer Begleitung nach systemischen Grundsätzen. Dieser Weg kann helfen, den Teufelskreis aus Symptomen, Schuldgefühlen und immer neuen Diäten zu durchbrechen. Auch wenn Rückschläge zum Prozess dazugehören, erreicht man mit regelmäßigen Auffrischungen langfristig doch eine deutliche Verbesserung der psychischen und körperlichen Stabilität.
In meiner Beratung online würde ich nach einem Eingangsgespräch einen individuellen Plan vorschlagen, der sich nach den Bedürfnissen und den zeitlichen Möglichkeiten der Klient*innen richtet.
Die Vergütung orientiert sich wie bei allen anderen Themenbereichen an der ärztlichen und therapeutischen Gebührenordnung für Selbstzahler.